Mittelfränkischer Erlebnismagnet – die Vielfalt des Hesselbergs

Zwischen Wassertrüdingen, Dinkelsbühl und Gunzenhausen ragt er gen Himmel: der Hesselberg. Als Anlaufstelle für naturbegeisterte Radfahrer, Wanderer und Luftsportler hat sich die höchste Erhebung Mittelfrankens bereits einen Namen gemacht. Der Berg hat allerdings noch einiges mehr zu bieten.

Die Vergangenheit des Hesselbergs

Vor 200 Millionen Jahren lag die Hesselbergregion mit den heutigen Gemeinden Ehingen, Gerolfingen, Röckingen, Weiltingen und Wittelshofen noch am Meer. Genauer gesagt erstreckte sich die Nordsee damals noch bis tief in den Süden. Bereits in der vorgeschichtlichen Zeit tummelten sich Siedler auf der Erhöhung, bevor viele Jahre später die Kelten den Berg für sich entdeckten.

Museum zum Limeswall

Auch die Römer waren auf dem Hesselberg unterwegs. Ihr Grenzwall “Limes” verlief auf einer Strecke von etwa 28 Kilometern quer durch die Region. Heute erinnert der Römerpark in Ruffenhofen an die antiken Bewohner. Das angrenzende “Limeseum” ist der erste Museumsneubau in Bayern seit der Ernennung des Limes zum UNESCO-Welterbe im Jahr 2005. 

Hoher Besuch

Auf der Ehinger Bergseite und dem Schlößleinsbuck finden sich noch heute Reste von mittelalterlichen Burganlagen. Ein besonders wichtiges Datum in der Geschichte des Hesselbergs ist der 10. Juni 1803. An diesem Tag schleppte sich der preußische König Friedrich Wilhelm III. die 689 Meter nach oben, um sich selbst ein Bild vom mittelfränkischen Wahrzeichen zu machen.

In der Zeit des Nationalsozialismus versammelte Gauleiter Julius Streicher seine Gefolgschaft zu den Frankentagen am Hesselberg, um Pläne für zukünftige Bauten zu schmieden. Unter anderem sollte eine Adolf-Hitler-Schule und ein Julius-Streicher-Mausoleum entstehen. Umgesetzt haben die Nazis ihre Vorhaben nie. Die Frankentage waren neben den Nürnberger Reichsparteitagen die größten nationalsozialistischen Kundgebungen mit 100.000 Zuhörern in der Region.

Nach dem zweiten Weltkrieg zog die evangelische Landvolkshochschule auf den Berg. 15.000 Besucher kommen jährlich am Pfingstmontag zum traditionellen Kirchentag.

Most in aller Munde

Auch Liebhaber eines ganz speziellen Getränks – nämlich des fränkischen Apfelmosts – kommen in der Hesselbergregion auf den Geschmack. Neben Streuobstanlagen florieren ebenso Imkereien und die Gastronomie. Im Jahr 2001 wurde die fränkische Moststraße gegründet, die sich über 20 Gemeinden erstreckt. An insgesamt 32 Stationen können Besucher sich an der Landschaft erfreuen, einen Blick auf die Obstverarbeitung werfen oder in einem Gasthaus das süffige Getränk verkosten.

Barocke Schönheit aus Mittelfranken

Ein weiterer Blickfang in der Region ist das Schloss Dennenlohe. Jährlich zieht das Denkmal eine Vielzahl von Besuchern an, die Veranstaltungen wie die Schloss- und Gartentage oder den Klangpark genießen.

Schloss Dennenlohe

Auch bei Brautpaaren ist das barocke Schloss als Austragungsort für Hochzeiten beliebt. Im angrenzenden Park befindet sich ein botanischer Garten, der über 500 Rhododendron- und Azaleenpflanzen beherbergt. Er ist der größte Rhododendronpark Süddeutschlands.

Nicht umsonst ist der Hesselberg wegen seiner kulturellen und landschaftlichen Vielfalt bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt. Ricarda Dufentester, Anne Rauh und Ramona Zobel-Fetean haben die Schönheit des mittelfränkischen Natur-Eldorado mit der Filmkamera eingefangen.

Naturerlebnis mit vielfältiger Flora und Fauna

Eine ganze Reihe geschützter Pflanzen- und Tierarten ist auf dem Hesselberg beheimatet. Silberdistel, Thymian und Enzian können durch die besondere Beschaffenheit des Bodens wachsen und gedeihen. An den Hängen sorgen Schafherden für den Erhalt der sogenannten Magerwiesen. Die Tiere fressen viele Kräuter ab, sodass die Grasfläche nicht überwuchert. Ein weiterer, besonderer Bewohner am Hesselberg ist die Berghexe – eine besondere Schmetterlingsart, die in der Region einzigartig ist. Sie liebt vor allem den warmen Boden und die trockenen Felsen.

Wandertouren am Hesselberg

Die bekanntesten Wanderwege am höchsten Berg Mittelfrankens sind der “Hesselbergpfad”, der “Rundwanderweg 1” und der “geologische Lehr- und Wanderpfad”. Alle drei Varianten lassen sich innerhalb von zwei Stunden auf einer Distanz von 3 bis zu 5,3 Kilometern absolvieren. Auf dem Energieerlebnisweg können sich Besucher an 32 Stationen über regenerative Stromgewinnung informieren.

Der Hesselberg bietet einen einmaligen und vielfältigen Weitblick, hält spannende Geschichten aus früheren Zeiten parat und lässt aufgrund der Schönheit der Landschaft das fränkische Herz höher schlagen. Das Naturspektakel im romantischen Franken ist immer eine Reise wert.

Ricarda Dufentester, Anne Rauh, Ramona Zobel-Fetean

Eva Orttenburger

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