Gartenschau Wassertrüdingen: FrankenSein hinter den Kulissen

Blumen pflanzen, Hecken schneiden, Wege anlegen und fertig ist die Gartenschau! Was auf den ersten Blick nach ein wenig Gärtnern aussieht, ist in Wahrheit ein echtes Mammutprojekt. FrankenSein hat einen Tag lang bei den Vorbereitungen zur Bayerischen Gartenschau in Wassertrüdingen geholfen und dabei mehr entdeckt als nur ein paar Blumen.

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Der erste Spatenstich auf dem Gelände der Bayerischen Gartenschau in Wassertrüdingen fand am 15. Mai 2017 statt. Von diesem Zeitpunkt an bis zum Eröffnungstag wurde gebaut, gepflanzt und geputzt. Die Entscheidung, dass die Bayerische Gartenschau 2019 in Wassertrüdingen stattfindet, fiel schon sieben Jahre früher. Die Stadt hatte sich mit dem Konzept beworben, die städtebaulichen Probleme lösen zu wollen: den Hochwasserschutz im Wörnitzpark und das Abschließen des Deponiegeländes im Klingenweiherpark. Durch die Verlegung des Flussbettes sollte die Wörnitz nicht nur in ihren ursprünglichen Verlauf von vor 700 Jahren gebracht, sondern auch der Hochwasserschutz effektiver gestaltet werden. Beim Abschließen der Deponie ging es hauptsächlich um die Frage: Wie macht man aus einem alten Deponiehügel einen Ort, den die Wassertrüdinger wieder gerne nutzen und besuchen?

„Die Stadt hat ein sehr ansprechendes und überzeugendes Konzept vorgestellt.“ Ingrid Rott-Schöwel, Prokuristin

Ingrid Rott-Schöwel von der damaligen Vergabekommission und jetzige Prokuristin der Bayerischen Gartenschau erinnert sich gut daran, wie sie 2012 das erste Mal nach Wassertrüdingen kam und die Begeisterung in den Gesichtern der Wassertrüdinger sah. Im März 2012 war klar: Die Bayerische Gartenschau 2019 findet in Wassertrüdingen statt.

Jede Gartenschau hat ihre Herausforderungen

Während die Vorbereitung voranschritten, hatten die Verantwortlichen der Gartenschau auch mit einigen Hindernissen zu kämpfen. Eine Bürgerinitiative stellte sich im März 2016 gegen den Abriss eines ehemaligen Lagerhauses im jetzigen Wörnitzpark. Optisch hätte dieses Haus nicht im Geringsten zum restlichen Konzept der Gartenschau gepasst und so war es eine Erleichterung, als beim folgenden Bürgerentscheid 80 Prozent der Wassertrüdinger für den Abriss stimmten.  Auch aus ökologischer Sicht gab es einige Herausforderungen. Durch die Verlegung der Wörnitz entstand ein so steiles Gefälle, dass Fische nicht länger flussaufwärts schwimmen konnten. Eine Fischtreppe schuf Abhilfe.

Im Klingenweiherpark mussten einige Tierarten umgesiedelt werden, deren natürlicher Lebensraum durch die Baumaßnahmen zu klein geworden wäre. Solche artenschutzrechtlichen Prüfungen seien jedoch ein normales Prozedere bei größeren Bauprojekten wie der Gartenschau, sagt Ingrid Rott-Schöwel.

Das Motto „Gartenschau der Heimatschätze“ vereint die Landkreise

Das Motto der Bayerischen Gartenschau lautet „Heimatschätze“ und bringt vieles aus den drei Landkreisen Ansbach, Donau-Ries und Weißenburg-Gunzenhausen zusammen: von Trachten, über Kulinarik, bis hin zu Kunst, Musik und Natur. Dadurch fiel es den Gartenschaubetreibern nicht schwer, viele verschiedene Aussteller zu gewinnen, denn für jeden von ihnen war ihre Ausstellung dieser ganz besondere Heimatschatz: für die Landwirte der Acker, für die Förster der Wald, für die Imker die Bienen. Im Regionalpavillon, der an der Stelle des abgerissenen Lagerhauses entstand, werden diese Schätze durch viele Infostelen, Filme und die Aussicht auf die drei Landkreise von der Dachterrasse aus vereint.

„Die Gartenschau hat einen unheimlichen Wert für die Region. Zum einen ist da natürlich der touristische Wert, zum anderen ist auch ein richtiges Zusammengehörigkeitsgefühl in der Region entstanden, weil so viele verschiedene Leute mitgemacht haben.“ Ingrid Rott-Schöwel.

Auch das Highlight der Gartenschau erinnert an einen Schatz: Der goldfarbene Weihersteig. Er schlängelt sich wie eine Schlange mit goldenen Schuppen durch den Klingenweiherpark. Für die ein Kilometer lange Strecke von der „Seerose“ bis zur „Bergrose“ schnitten und bogen die Arbeiter von Hand etwa 20 Tonnen goldenes Metall. Der Pfad ist ein gutes Beispiel dafür, wie viel Liebe zum Detail in der Bayerischen Gartenschau in Wassertrüdingen steckt.  Vom 24. Mai bis zum 8. September können Besucher auf eigene Faust oder auch in zweistündigen Führungen die Bayerische Gartenschau erkunden.

Marie Wetzel, Elisabeth Ries, Luisa Filip, Melissa Fortin

Luisa Filip

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