Frankiert! Folge 5 – Die fränkische Sprache

Lukas ist nun seit drei Monaten in Franken und fühlt sich immer wohler. Nur der Dialekt bereitet ihm noch große Probleme: Trotz seines fränkisch-deutschen Wörterbuches gibt es zwischen den Einheimischen und ihm weiterhin Verständigungsprobleme. Daher macht er sich auf den Weg, Passanten nach fränkischen Redewendungen und Begriffen zu fragen, um sich die Sprache dadurch besser anzueignen. Dabei trifft er auf Fabian, der diese Aktion des Fremden in Franken sehr amüsant findet. Um ihm bei seinem Sprachproblem zu helfen, nimmt Fabian Lukas mit in eine „fränkische Sprachschule” …

Tagebucheintrag 6 des Sachsen in Franken:

Mei liebes Tochebuch,

Sproche dient ja bekanntlich zur Kommunikation untereinander: Eener socht was, der andere versteht das Gesachte, formuliert eine Antwort und gibt diese an die Person wieder zurück – ganz simpel. Dieses Kommunikationsmodell funktioniert aber nisch, wenn eine Seite das Gesachte nisch entschlüsseln kann. Und was soll isch sochn – so ging es mir des Öfteren in den letzten drei Monaten.

Doch wo kann man eine Sproche besser lernen als auf der Stroße. Isch machte mich also auf den Weg um Leute nach fränkischen Wörtern und Redewendungen zu frochn und muss gestehen, isch hab einiges gelernt – obwohl es manchmal nisch ganz einfach war, die Leute zu verstehen (z. B. Oozullds Buddlasbaa). Aber dann bin isch auf Fabian getroffen, ein Uransbacher, der mich gleesch mal mitnahm und in eine „fränkische Sprachschule“ führte. Isch dachte, isch höre nisch richtig: Es gibt eine fränkische Sprachschule?! Die hab isch mir abber ganz andersch vorgestellt.

Wir gingen nämlisch nisch in eine klassische Schule, sondern in eine Bar (in Franken sagt man auch Wirtschaft dazu) und trafen dort auf zwei junge hübsche Frauen (in Franken Waggerlas), die sehr nett waren und mir noch weitere fränkische Alltagsbegriffe beigebracht haben. Es war ein sehr witziger und geselliger Abend mit schönen Gesprächen und mehreren Seidlern (das heeßt übrigens Bier auf Hochdeutsch). Und auch wenn ich noch nicht alles verstehe, denke isch, dass isch nach diesem Toch der fränkischen Sproche ein gutes Stückchen mächtiger geworden bin.

Zum Beispiel weiß isch jetzt endlich, was die fränkische Redewendung „Du schaust wie a Achala wenns blitzt“ eigentlich bedeutet. Acherla heißt Eichhörnchen, und die schauen dann wohl ganz verdutzt und dumm drein – nischt, dass isch das schon mal persönlisch beobachtet hätte.

Lukas Winkel, Valentina Bobrovskaya, Manuela Ziegler, Nadja Krassik, Jan Degner

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