Fränkische Rezat – eine Reise entlang des Flussufers

Abseits des Großstadttrubels gräbt sich die fränkische Rezat still und friedlich über 77 Kilometer lang durch die Landschaft Mittelfrankens. Dabei lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen und die Vielfalt der Natur entlang des Quellflusses zu entdecken.

In den Wäldern der Frankenhöhe entspringt ein kleines Rinnsal und bahnt sich über Stock und Stein seinen Weg – es ist die Rezat, die dort auf eine lange Reise geht. Auf ihrem Weg passiert sie kleine und größere Ortschaften und prägt das Landschaftsbild dabei maßgeblich. Bis zu ihrer ersten Station, dem 1500-Seelen-Dorf Oberdachstetten, ist sie zu einem ansehnlichen Bach herangewachsen. Schon bald danach trifft sie als Fluss auf Ansbach, den Sitz der mittelfränkischen Regierung und die größte Stadt, durch die sie fließt. Von dort schlängeln sich die Wassermassen Richtung Osten, um sich letztendlich in Georgensgmünd zusammen mit der schwäbischen Rezat zur Rednitz zu vereinigen. Über den Main geht es aus Bayern hinaus in Richtung Rhein, mit dem das Wasser der Rezat sogar bis in die Nordsee fließt.

Schönheit und Naturgewalt der fränkischen Rezat

Nachdem die Rezat ihre Ursprungswälder verlassen hat und durch das mittelfränkische Land fließt, ist sie der perfekte Ausgangspunkt für Outdoor-Aktivitäten. Für einen Spaziergang mit der Familie oder für ausgiebige Radtouren entlang des Ufers eignet sich das Rezat-Gebiet ideal. Aber auch Angler und Paddelsportler kommen dort auf ihre Kosten. Und ganz egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – die Rezat kleidet sich für seine Besucher zu jeder Jahreszeit in ihr schönstes Gewand. Vor allem an sonnigen Herbsttagen beeindruckt das Zusammenspiel aus Flusslandschaft und bunt eingefärbter Natur.

Bei all der Schönheit und Idylle darf man die Rezat jedoch nicht unterschätzen. Das vermeintlich kleine Gewässer kann bei starkem Regen auch Gefahren birgen. Wenn das Wasser über die Ufer tritt und Landstücke unter Wasser setzt, zeigt die Rezat ihre ganze Naturgewalt.

Artenvielfalt soweit das Auge reicht

In unserer schnelllebigen Welt ist das Gefühl der Entschleunigung sehr wertvoll, deshalb lohnt es sich. entlang der Rezat für einen Moment inne zu halten und die Natur wirken zu lassen. Denn das Gebiet rund um den Fluss ist für Pflanzenarten aller Formen und Farben zum lebenswichtigen Raum geworden. Bäume, wie etwa die Wildkirsche, wachsen und gedeihen in unmittelbarer Nähe zum Wasser prächtig. Tritt man noch näher ans Ufer heran und schaut etwas genauer hin, dann kann man hier und dort kleine und größere tierische Flussbewohner entdecken. Diese fühlen sich in und an der Rezat sichtlich wohl: Ameisen, Käfer, Bienen und eine Vielzahl anderer Insektenarten kommen gerne zu Besuch.

Auch für viele Vogelarten sind das Schilf und die wasserdurchzogenen Böden nahe des fränkischen Stroms ein wahres Paradies. Molche und Bisamratten haben sich permanent im Flusslauf der Rezat niedergelassen. Und auch der heimische Biber ist Teil der idyllischen Landschaft. Die fleißigen Nagetiere schleppen Baumstämme und Äste ins Wasser und stauen dieses auf.

Solche Naturbeobachtungen gibt es immer seltener, gerade deswegen lohnt es sich, den Blickwinkel etwas zu verändern und das Rezat-Ufer genauer zu erkunden. In seinem Video-Projekt „Die Reise der Fränkischen Rezat“ hat Niklas Hamisch genau diese Schönheit und Artenvielfalt über die vier Jahreszeiten hinweg eingefangen und zu einem liebevollen Portrait-Film aufbereitet.

Janine Walter

Niklas Hamisch

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