Tischtennis des TSV 1860 Ansbach im Portrait

Wenn Spieler selbst aus Großstädten wie Düsseldorf und Prag zu den eigenen Spielen nach Ansbach anreisen, heißt das schon was. Doch bei der schnellsten Rückschlagsportart der Welt geht es um weit mehr als nur Geld und Erfolg. Werte wie mannschaftliche Geschlossenheit und Zusammenhalt stehen im Vordergrund. Genau dafür steht die Tischtennisabteilung des TSV 1860 Ansbach.

Zwar handelt es sich bei den Spielern nicht um die absoluten deutschen Topstars wie Timo Boll von Borussia Düsseldorf oder Dimitrij Ovtcharov, dennoch ist umso bemerkenswerter, dass Spieler einen so weiten Weg auf sich nehmen, um ihrer Leidenschaft nachzugehen.

Tischtennis: weit mehr als eine Einzelsportart

Tischtennis – für viele in der Außenbetrachtung eine Einzelsportart ohne sonderlichen Bezug zum Mannschaftssport – verbindet weit mehr als das Können der Individualisten. In üblichen Doppeln stellen die einzelnen Spieler mannschaftsdienlich ihre Schlagfertigkeit zur Schau, aber auch in den Einzeln stärken sich die Teammitglieder – mit erfolgsversprechenden Gestiken und lautstarken Anfeuerungen – gegenseitig den Rücken. Dieser Zusammenhalt gepaart mit Talent und harter Arbeit ist das Erfolgsrezept eines harmonischen Mannschaftsgefüges. Auch abseits der Platte herrscht zwischen den Spielern der 1. bis zur 5. Mannschaft ein freundschaftliches Flair mit gemeinschaftlichem Miteinander.

Zusammen kämpfen und feiern

Fragt man die Spieler nach dem Außergewöhnlichem und Besonderem an ihrem Sport, schlagen alle in dieselbe Kerbe. „Das Faszinierende am Tischtennis ist, dass ein Spiel innerhalb von Sekunden kippen kann und man immer auf einem sehr hohen Konzentrationslevel bleiben muss, um ein Spiel für sich entscheiden zu können“, sagt Matthias Hackl. Dem Ganzen pflichtet Maximilian Klingler bei: „In der Mannschaft kann man zusammen kämpfen, Siege feiern. Das in Kombination mit Turnieren, die man auch im Einzel spielen kann, macht unseren Sport so besonders.“

Einzel spielen kann, macht unseren Sport so besonders.“

Tischtennis fordert physisch wie psychisch

Tatsächlich ist beim Tischtennis die andauernde Fokussierung extrem wichtig, da es sich um nicht weniger als die schnellste Rückschlagsportart der Welt handelt. In vergleichbaren Disziplinen, wie dem normalen Tennis oder Badminton, hat der Spieler immer zumindest einige Sekunden Zeit hat, um sich auf den nächsten Ball vorzubereiten. Variablen wie die Länge des Schlags, eine plötzliche Netzberührung oder ein Ball, der die Kante streift, können schnell über Sieg oder Niederlage entscheiden. Somit ist die mentale Herausforderung im Tischtennis höher zu bewerten als in den meisten anderen Ballsportarten, da wirklich keinerlei Zeit zum Verschnaufen bleibt.

TSV mit rundum großem Aufgebot

Die Tischtennisabteilung des Ansbacher TSVs zeichnet sich durch eine große Mannschaftsstärke aus. Zwischen der Kreisliga Ost bis hin zur Regionalliga Süd – die immerhin vierthöchste Spielklasse Deutschlands – befinden sich dieses Jahr unglaubliche sechs Seniorenmannschaften im Einsatz. Die einzelnen Kader bestehen jeweils aus sechs Athleten, die sich regelmäßig mit gegnerischen Teams messen. Des Weiteren verfügt der Turn- und Sportverein über etliche Mannschaften im Juniorenbereich und zahlreiche Helfer, die ehrenamtlich den Verein am Leben halten. Als Spielstätte dient die Turnhalle des Platen-Gymnasiums Ansbach, in der auch zweimal wöchentlich trainiert wird, wobei der Spaß nicht zu kurz kommt.

Leidenschaft der Spieler schlägt Distanz

Das Aushängeschild der Ansbacher ist mit Sicherheit die 1. Mannschaft. Hervorzuheben sind dabei zwei Akteure, die mehrere hundert Kilometer zurücklegen, um an den Spielen teilzunehmen: Der Student Oliver Welt aus Düsseldorf und Jan Urbanek aus Prag kommen extra Woche für Woche aus ihren Metropolregionen in die westmittelfränkische Provinz, um für ihren Verein aufzuschlagen. Dafür werden keine Kosten und Mühen gescheut und das, obwohl der TSV 1860 Ansbach „nur“ in der 4. Liga spielt.

Sportlich läuft es unrund

Lediglich die aktuelle sportliche Situation lässt momentan zu wünschen übrig. Das Sportjahr 2017 endete jäh mit einer empfindlichen 3:9-Niederlage beim Konkurrenten aus Versbach. Nicht nur durch diesen Punktverlust scheint der Klassenerhalt mittlerweile in weite Ferne gerückt. Bereits am vorherigen Spieltag wurde das letzte Heimspiel des Jahres verloren. Im Derby gegen den TTC Holzhausen unterlag man trotz zwischenzeitlicher Führung mit 6:9. Aktuell belegt die 1. Mannschaft der Ansbacher damit den letzten Platz der Regionalliga Süd. Jedoch besteht angesichts des Zusammenhalts innerhalb der Truppe ein Funken Hoffnung, das Rad noch herumzureißen und den Verbleib in der Liga doch noch zu realisieren.

Lucas Luber, Marc Karpinski, Sebastian Forst

Marc Karpinski, Sebastian Frost

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