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Levi Strauss: Der Erfinder der Jeans

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Sie ist in jedem Kleiderschrank zu finden, kennt kein Geschlecht oder Alter und ist eines der beliebtesten Kleidungsstücke der Welt – die Jeans. In verschiedenen Längen und Ausführungen trifft sie den Geschmack von vielen und ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Dass ihr Erfinder aus Franken stammt, war in Deutschland lange Zeit völlig unklar.

Wer ist Levi Strauss?

Mein Name ist Löb Strauss und ich wurde am 26. Februar 1829 in Buttenheim geboren. Mein Vater Hirsch Strauss hatte bereits fünf Kinder mit seiner ersten Ehefrau, als ich auf die Welt kam. Nachdem seine erste Ehefrau starb, heiratete er meine Mutter Rebeccca Haas.
Der Ort Buttenheim hatte damals um die 900 Einwohner. Jeder fünfte Buttenheimer war jüdischen Glaubens gewesen. Auch meine Familie war Mitglied der bedeutendsten fränkischen Landjudengemeinde in Buttenheim, die seit 1450 existierte. Aufgrund der bayerischen Judengesetze durfte mein Vater nur als Hausierer arbeiten. Er ernährte die Familie mit dem erwirtschafteten Geld, das er als Hausierer mit Schnittwaren verdiente. Ich habe ihn auf seiner Tour begleitet. Im Juni 1846 starb mein Vater auf dem Heimweg an einer Lungenentzündung. Da war ich 16. Von da an musste ich in die Fußstapfen meines Vater treten, denn meine älteren Halbbrüder Jonas und Louis sind nach Amerika ausgewandert.
Trotz, dass ich an sechs von sieben Tagen hausierte, reichte das Geld nicht aus. Da es in Amerika keine judenfeindlichen Gesetze gab, wanderten wir - meine Mutter, meine Schwester Fanny und meine Stiefschwester Mathilde - nach Amerika aus. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir in diesem Haus in Buttenheim gelebt.

Ich bin Löb

Levi Strauss im gelobten Land Amerika

Die Geschichte der Jeans

Die Jeans ist heute fester Bestandteil unseres Alltags. Egal, ob auf dem Laufsteg, im Büro oder auf der Baustelle – egal ob trendig oder funktional. Die Jeans begleitet uns in allen Lebenslagen durchs Leben und ist schon gar nicht mehr wegzudenken. Aber wie kam Levi Strauss auf diese Idee, die unseren Alltag so nachhaltig beeinflusst hat? Um die Entstehungsgeschichte der Jeans hat sich eine Sage entwickelt, die vor allem von Werbetreibenden dankbar aufgenommen und verbreitet wurde. Wir möchten sie euch im Folgenden erzählen. Klickt euch gerne selbst durch die Geschichte. Viel Spaß!

Die Bluejeans

Wie wird sie hergestellt?

Wusstest du, dass ...

… eine Jeans heutzutage im Durchschnitt über 50.000 Kilometer zurücklegt bis sie fertig im Regal landet?

Die Bestandteile einer Levi’s Jeans

Mit dem Patent für die an der Hose angebrachten Nieten fing alles an. Nun sind diese Nieten mit einem Firmenschriftzug versehen.
Auch die Knöpfe haben den Schriftzug „Levi Strauss & Co.“ eingestanzt. Verwendung fanden sie bereits als Hosenträgerknöpfe und im geknöpften Hosenlatz.
Das rote Fähnchen, das an der hinteren Hosentasche der Jeans angebracht wird, ist ein unverwechselbares Markenzeichen.
Die Tasche mit den Levi’s Bögen symbolisiert die Schwingung der Rocky Moutains und sollte der Jeans ein weiteres besonderes Erkennungszeichen geben. Sogenannte Arcuates gelten ohnehin als ältestes Markenzeichen der amerikanischen Bekleidungsindustrie.
Levi’s Jeans werden mit orangenem bzw. gelbem Faden genäht. Bis zur späten Standardisierung des Farbtons in den 1960er Jahren wurden unterschiedlichste Farbtöne eingesetzt.
Nicht zu vergessen ist der Lederaufnäher, das Two Horse Brand, der als Qualitätskennzeichen angebracht wird und daran erinnern soll, dass die ersten Jeans von Levi Strauss & Co. produziert wurden.

Die Jeans über die Jahre

Natürlich bleibt die Jeans – wie andere Produkte auch – nicht so wie sie ist, sondern entwickelt sich stetig weiter. Sie zeigt allerlei Facetten von sich und spricht verschiedene Zielgruppen an.

Besonders hervorzuheben ist allerdings der Meilenstein der unterschiedlichen Waschungen. Bevor es dazu kam, sind Jeanshosen ungewaschen verkauft und von Kunden ein bis zwei Nummern zu groß gekauft worden. Diese sollten beim Waschen auf die passende Größe schrumpfen, weshalb diese Variante „shrink to fit“ genannt wird.

Weitere beliebte Wascharten sind die ohne Chemikalien vorgewaschene „rinse washed“ Jeans, die zusammen mit Bimssteinen gewaschene „stone washed“ Jeans oder die „stone bleached“ Jeans, welche durch den Einsatz von Bleichmittel heller wird.

Heutzutage gilt die Jeans als unersetzliches Kleidungsstück. Wir kaufen sie nicht mehr zwei Nummern zu groß, sondern erleben durch den Zusatz von Polyester oder Elastan ein unvergleichliches Tragegefühl. Und um auch optisch im Trend zu bleiben, können wir sogar zwischen Jeans mit verschiedensten Waschungen, Farben und Mustern, Sitzfalten sowie Löchern wählen.

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Paar Jeans besitzt jede(r) Deutsche im Durchschnitt

Heimat

Internationales Buttenheim

Wenn die studierte Geografin Tanja Roppelt nicht gerade dem FrankenSein-Team die Türen des Levi Strauss Museums öffnet, arbeitet sie als Fundraiserin, Forscherin oder Werbegestalterin. Sie entwickelt Ausstellungskonzepte, besucht Messen und betreut die Gäste vor Ort. Wenn Roppelt ihren Beruf zusammenfasst, ist sie „einfach“ Museumsleiterin. Bis zu 15.000 Besucher jährlich kommen nach Buttenheim, um der Geschichte der Jeans im Geburtshaus Levis und dem anschließenden Museum nachzuspüren. Dank der zahlreichen Gästebucheinträge und der daraus resultierenden, von Roppelt selbst entworfenen geographischen Karte, können wir nun mehr über das internationale Einzugsgebiet des oberfränkischen Museums erfahren.

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