Freiwillig engagiert – Ehrenamt in Ansbach

Ob im Seniorenheim, im Tierheim oder in der Flüchtlingsintegration: Ehrenamtliche Helfer sind ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Wir haben mit einigen von ihnen über die Motivation und Leidenschaft für ihr Engagement gesprochen.

Sylvia Bogenreuther ist Geschäftsführerin der Freiwilligenagentur SonnenZeit in Ansbach. Im Interview spricht sie über Freiwilligenarbeit und die Situation vor Ort.

Wie kann man sich in der SonnenZeit engagieren?

Bei uns gibt es zum einen „ANNA“, die Ansbacher Nachbarschaftshilfe. Dort verbringen Leute, die zum Beispiel keine Familie haben, mit anderen Menschen Zeit. Außerdem gibt es die Ankommenspatenschaften für Flüchtlinge. Oder Bildungspaten, die in Schulen tätig sind, um Schülern Nachhilfe und Unterstützung zu geben. Das Spektrum insgesamt ist sehr groß und es gibt fast nichts, wofür man sich nicht engagieren kann.

Wird ehrenamtliche Arbeit vergütet?

Eine Bezahlung in der klassischen Form gibt es nicht, aber eine gewisse Kostenerstattung. Bei bestimmten Projekten haben wir ein Budget, bei dem zum Beispiel Studenten ein kleines Taschengeld für ihren Aufwand erhalten.

Warum engagieren sich Ansbacher ehrenamtlich?

Zum einen, weil es natürlich Spaß macht, anderen Mensch zu helfen und ihnen eine Freude zu bereiten. Zum anderen möchten Menschen in ihrer Freizeit, ihre Gesellschaft und ihr Zusammenleben mehr mitgestalten.

Wie kann man erreichen, dass freiwillige Arbeit mehr Anerkennung bekommt?

Um das Problem aufzuzeigen, müsste man wirklich einmal so eine Art Flashmob initiieren, bei dem jeder Freiwillige seine Arbeit für eine bestimmte Zeit niederlegt. Und das deutschlandweit. Ein Tag ohne Freiwillige würde allen Verantwortlichen die Augen öffnen.

Integrationsarbeit ist einer der größten Aufgabengebiete Ihrer Freiwilligenagentur. Wie integriert man Ihrer Meinung nach am besten Flüchtlinge?

In Afrika sagt man, dass man zur Erziehung eines Kindes ein Dorf braucht. Und ich sage, dass man für die Integration von Menschen ganz viele Menschen braucht. Ein einzelnes Projekt oder ein einzelner Mensch reicht nicht aus. Es ist eben wie bei der Erziehung eines Kindes. Man muss gemeinsam Zeit verbringen und voneinander lernen. Wenn man Leute mitnimmt, miteinander kocht, isst und das Leben teilt, lernt man voneinander. Dies führt dazu, dass man sich respektiert und einander schätzt. Wenn man von beiden Seiten, ohne irgendwelche Vorbehalte, respektvoll und tolerant zusammenlebt, dann ist die Integration geglückt.

Statistiken zum Ehrenamt

  • In Deutschland sind 43,6 % der Bevölkerung ab 14 Jahren freiwillig engagiert – das entspricht 30,9 Millionen Menschen.

  • In Bayern sind 23 % der ehrenamtlichen Mitarbeiter im Sportbereich, 12% in Kirchen und 9% im Sozialbereich tätig.

  • Frauen engagieren sich mit 41,5% anteilig etwas seltener freiwillig als Männer mit 45,7%.

  • In den Altersgruppen der 14- bis 29-Jährigen und der 30- bis 49-Jährigen sind die Anteile freiwillig Engagierter am höchsten.

  • Viele Menschen engagieren sich langfristig. Etwa ein Drittel aller Engagierten übt die freiwillige Tätigkeit seit mehr als zehn Jahren aus.

Quelle: Deutsche Freiwilligensurvey 2014

Lust auf Engagement?

Anlaufstellen für ein Ehrenamt in Ansbach und Region:

Freiwilligenagentur SonnenZeit e.V.
http://hp-sonnenzeit.mein-verein.de

Landkreis Ansbach
http://www.landkreis-ansbach.de/Leben-im-Landkreis/Bildungsportal/Ehrenamt-Schule/

Lebenshilfe Ansbach
http://www.lebenshilfe-ansbach.de/helfen-und-spenden/ehrenamtliches-engagement/

Caritas Ansbach
http://www.caritas-ansbach.de/ehrenamt.html

Landesarbeitsgemeinschaft ehrenamtlicher Mitarbeiter im Strafvollzug Bayern e.V.
http://www.ehrenamt-im-strafvollzug.de/index.php/engagement-vor-ort#ansbach

 Bayernweite Anlaufstelle:

LBE Bayern
http://www.lbe.bayern.de

Stefanie Kretsch, Julia Märtens

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