Familie Kandlbinder betreibt Gaststätte aus dem 16. Jahrhundert

Die Wirtschaft mit dem früheren Namen „Biermichel Zensi“ in Herrieden lädt auch noch 500 Jahre später zum Verweilen ein. Familie Kandlbinder hat ihr denkmalgeschütztes Haus aufwendig saniert. Die roten Fensterläden, die mintgrüne Hausfassade und die weißen Fensterumrandungen machen die „Linde“, die als Café und Gaststätte betrieben wird, zu einem Hingucker in der Altstadt.

Nach einem Jahr Umbauphase ist Stefanie Kandlbinder mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern 2003 in das Haus eingezogen. Ein Jahr später eröffneten die beiden im Untergeschoss die Gaststätte „Linde“. Laut Denkmalliste ist das Haus im 16. Jahrhundert erbaut worden. Über die Vorbesitzer ist nur wenig bekannt. „Soweit ich weiß, war schon immer eine Gaststätte in dem Gebäude“, sagt Stefanie Kandlbinder. Im historischen Stadtbuch von Herrieden trägt das Baudenkmal den Namen „Biermichel Zensi“. Als Eigentümer ist im Jahr 1800 Johann Michael Sterner, der Bäcker war, vermerkt. Er übernahm das Haus für 1800 Gulden von seiner Mutter Anna Maria. Damals bestand das Anwesen aus Wohnhaus und einem Nebengebäude mit Hof.

Historischer Charme macht die „Linde“ besonders

Den Kauf des alten Gebäudes bereuen die heutigen Hausbesitzer trotz langer Umbauarbeiten nicht. „Auch wenn unser Zuhause etwas hellhöriger als ein Neubau ist, nervt mich hier nichts. Ich finde das Haus immer noch toll und wohne gerne hier“, sagt Stefanie Kandlbinder.

Besonders stolz ist die 43-Jährige auf den Fliesenboden ihrer Gaststätte. Dieser ist seit Anbeginn im Erdgeschoss, genauso wie der Lastenaufzug an der Hausfassade. Der Aufwand und die Kosten für das historische Haus seien im Vergleich mit einem modernen Gebäude laut Stefanie Kandlbinder nicht höher. „Es gibt bestimmt einen Unterschied bei den Heizkosten, weil unsere Wärmedämmung nicht so gut ist“, erklärt die Eigentümerin, „was mir aber wichtiger ist, ist die Geschichte, die das Haus in sich trägt“.

Franziska Roos

Alisa Zellner

Walid Sousa

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