Heimatgefühl: Bad Windsheim

Alina und Kristin Hülsenbeck leben seit wenigen Monaten in Bad Windsheim. In dem Kur- und Gesundheitsort fühlen sich die Zwillinge wohl, ihre Heimat sehen sie trotzdem im elterlichen Wohnort. Im Interview erzählen die beiden 25-Jährigen, was für für sie Heimatgefühl bedeutet und was ihrem aktuellen Wohnort dazu fehlt.

Bad Windsheim ist eine mittelfränkische Stadt im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim. Der Kur- und Gesundheitsort zählt rund 12.000 Einwohner und ist bekannt für seine Krönungsquelle und Franken-Therme. Noch heute spiegelt sich die Bedeutung als Reichsstadt bis ins 19. Jahrhundert in der Altstadt wider. Fachwerkbauten und steinerne Zeugnisse der Renaissance und des Rokoko erinnern an vergangene Zeit.

Was bedeutet der Begriff Heimat für euch?
Alina: Wohlfühlen. Also für mich ist Heimat eine Verbindung mit dem Familienhaus und der Familie selbst. Aber auch Freunde, den Sportverein oder die Schule von früher verbinde ich damit.

Kristin: Heimat bedeutet für mich anzukommen, aber auch Freunde und Familie. Heimat empfinde ich auch als Gefühl von Geborgenheit.

Was bedeutet für euch Bad Windsheim?
Kristin: Wir sind nach dem Studium vor wenigen Monaten hier eingezogen und das ist unsere erste gemeinsame Wohnung. Somit verbinde ich unser Zuhause in Bad Windsheim mit einem Rückzugsort. Aber es ist noch lange nicht Heimat, dazu fehlt einiges, was Scheinfeld zu bieten hat.

Alina: Bad Windsheim ist für mich gerade das Zuhause, also der Ort, an dem ich nach meiner Arbeit nach Hause komme.

Ihr verbindet euren aktuellen Wohnort Bad Windsheim also nicht mit einem Heimatgefühl. Was braucht es, damit ihr Bad Windsheim in Zukunft als eure Heimat seht?
Alina: Der Großteil unserer Freunde wohnt noch in Scheinfeld und wir kommen dort alle zusammen, um uns zu treffen. Heimat in diesem Sinne wird Bad Windsheim für uns nie werden können. Ich könnte mir aber vorstellen, dass auch ein anderer Ort in Zukunft Heimat werden kann, wenn man mit seinem Partner eine Familie gründet und dann eine neue gemeinsame Heimat schafft. Wenn allerdings Freunde aus Scheinfeld uns in Bad Windsheim besuchen und wir mit ihnen auf unserem Balkon sitzen, empfinde ich in diesem Moment auch hier Heimatgefühl.

Kristin: Ja, auf dem Balkon kommt bei mir auch Heimatgefühl auf, wenn wir Besuch aus Scheinfeld haben. Aber das liegt ja dann eher an den lieben Menschen aus der Heimat. Wobei wir uns auch zu zweit auf dem Balkon sehr wohl fühlen, allerdings würde ich es dann eher Zuhause nennen, nicht Heimat. Damit Bad Windsheim meine Heimat wird, müsste meine Familie hier herziehen – zumindest meine Eltern. Für mich könnte auch in Zukunft ein anderes Dorf oder eine andere Stadt meine Heimat werden. Zum Beispiel dann, wenn ich dort den Partner fürs Leben finde und mit ihm ein Eigenheim schaffe und eine Familie gründe. Aber ich denke, die eigentliche
Heimat, in der man die Kindheit verbracht hat, wird immer Scheinfeld bleiben.!

So klingt es, wenn Alina und Kristin Hülsenbeck ihren Feierabend auf dem Balkon genießen.

Auch wenn Bad Windsheim aktuell nicht eure Heimat ist, hat der Ort für euch ein Alleinstellungsmerkmal?
Alina: Hinter unserer Siedlung gehen wir oft spazieren und das Freibad ist für uns auch ein Ort, an dem wir uns häufig in Bad Windsheim aufhalten. Da wir viel unterwegs sind und auch am Wochenende meistens nicht hier sind, wäre es unfair zusagen, Bad Windsheim hat kein Alleinstellungsmerkmal. Im Moment bedeutet Bad Windsheim aber vor allem meine Wohnung, in der ich mich unglaublich wohl fühle und in die ich gerne nach Hause komme.

Kristin: Durch meinen Umzug brauche ich mit dem Auto nur drei Minuten zur Arbeit. Das ist ein riesiger Vorteil von Bad Windsheim. Aber auch die Umgebung und die Altstadt gefallen mir hier gut. Natürlich gibt es noch die tolle Therme in Bad Windsheim, die ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal.

Was vermisst ihr an Bad Winsheim, wenn ihr für längere Zeit weg wart?
Alina: Wenn ich länger weg war, freue ich mich immer sehr auf ein gescheites Brot mit Leberwurst. Das muss einfach sein.

Kristin: Auf eine gescheite Brotzeit freue ich mich auch immer und auf das eigene Bett, da schläft man einfach am besten.

Wo seht ihr eure Heimat in Zukunft?
Alina: Also die eigene Heimat wird immer Scheinfeld sein. Aber wer weiß, vielleicht ändert sich das in Zukunft, auch wenn ich es mir gerade schwer vorstellen kann.

Kristin: Für mich wird auch Scheinfeld meine Heimat bleiben. Aus beruflicher Sicht ist es aber nicht wahrscheinlich, dass ich dort wieder leben werde. Ich könnte mir vorstellen, in Zukunft in eine größere Stadt zu ziehen und dort mit Partner eine neue Heimat zu erschaffen.

Für Alina und Kristin Hülsenbeck bedeutet ihr aktueller Wohnort Bad Windsheim vor allem ihre erste gemeinsame Wohnung. Ihre Heimat sehen die Zwillinge in Scheinfeld, wo sie ihre Kindheit verbracht haben.
Die Zeit nach der Arbeit verbringen die beiden 25-Jährigen im Sommer gerne auf ihrem Balkon.
Ein Stück Heimatgefühl auf dem Balkon: Alina gießt die Pflanzen, die ihnen ihre Oma zum Einzug geschenkt hat.
An Bad Windsheim schätzen Alina und Kristin Hülsenbeck vor allem die Nähe zur Natur.
Das Rathaus liegt mitten in der Altstadt von Bad Windsheim.
Besonders markant ist in der Altstadt von Bad Windsheim der bunte Kirchturm.
Die Stimmung ist in der Bad Winsheimer Altstadt vor allem an lauen Sommerabenden fast schon festlich.
Für Alina und Kristin Hülsenbeck bedeutet ihr aktueller Wohnort Bad Windsheim vor allem ihre erste gemeinsame Wohnung. Ihre Heimat sehen die Zwillinge in Scheinfeld, wo sie ihre Kindheit verbracht haben.

Franziska Roos

Kristina Pilny

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