Die zwölf Apostel – Ein landschaftliches Highlight

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Es ist Juli geworden im schönen Frankenland. Während die Sonne die Felsen erhitzt, schwirrt eine Vielzahl unterschiedlicher Insekten durch die Luft. Über einen Trampelpfad erkunden wir die von Dolomitfelsen durchzogene Landschaft.

Zwischen Solnhofen und Esslingen befindet sich die Felsgruppe der „zwölf Apostel“. Sie bietet für Natur- und Sportfans einen landschaftlichen Höhepunkt. Die Aussicht oberhalb der Felsen ist ebenso beeindruckend, wie deren erdgeschichtliche Entstehungsgeschichte. Wir schnappen unsere Wanderschuhe und erkunden diesen einzigartigen Ort.

Ausflugs- und Erholungsziel für Spaziergänger und Sportbegeisterte

An einem warmen Sommerabend beginnen wir an einem Parkplatz, östlich von Solnhofen gelegen, unsere kleine Wanderung Richtung Esslingen zu den „zwölf Aposteln“. Durch die Infotafeln und die Beschilderung des Wanderwegs finden wir sofort den Einstieg und erfahren obendrein interessante Details zu den hier vorkommenden Pflanzen- und Tierarten. Nach circa fünf Minuten Trampelpfad sehen wir bereits die ersten Felsformationen der zwölf Apostel in der Ferne. Über Stock und Stein geht es durch kleine Kiefern- und Wacholderwäldchen sowie an idyllischen Rastbänken mit wunderbarer Aussicht vorbei. Immer wieder halten wir inne und bestaunen neben dem felsigen Panorama die kurvige Altmühl, welche sich unterhalb von uns ihren Weg durchs Solnhofener Tal bahnt. Am Wochenende sieht man hier oftmals Kanus fahren, welche in Solnhofen und Treuchtlingen geliehen werden können. Ein Fahrradweg führt neben der Altmühl vorbei, auf dem wir stetig sportbegeisterte Radler beobachten können. Wir stellen fest: Diese Landschaft ist nicht nur prädestiniert für Sportler verschiedenster Art, sie lässt gleichermaßen Spaziergänger, Wanderer und nach Erholung Suchende auf ihre Kosten kommen.

Flora und Fauna des Naturschutzgebietes

Während wir die idyllischen Pfade über den Felsen entlangwandern, fallen uns die unzähligen Insekten auf, welche auf den Magerwiesen der zwölf Apostel eilig ihrem Tagesgeschäft nachgehen. Neben unterschiedlichsten Falterarten, wie dem Schachbrettfalter, entdecken wir allerlei Käfer in schimmernden Farben. Über die Infotafeln am Eingang des Wanderwegs geht hervor, dass das Gebiet der zwölf Apostel bereits im Jahre 1984 als Naturschutzgebiet deklariert wurde. Im Zuge dessen konnte auf einer Fläche von 15,2 Hektar der Schutz von weitläufigen Trockenrasen, sowie kleinen Wacholder- und Kiefernwäldern sichergestellt werden. Ihren Ursprung nahm diese einzigartige Landschaft im Mittelalter, als der Mensch dort Schafe und Ziegen weiden ließ. Sie hielten die Landschaft offen und erschufen so einen Lebensraum für licht- und wärmeliebende Arten der Flora und Fauna. Dazu zählen typischerweise der Berg-Gamader, das Sonnenröschen, die Graslilie und die violette Stendelwurz. Die Vielfalt der bunten Tier- und Pflanzenarten, deren Geräusche und Gerüche ein Konzert für die Sinne sind, lassen uns immer wieder an besonders schönen Stellen verweilen.

Beeindruckende Erdgeschichte

Auch für Geologie-Fans und all diejenigen, die sich für die Entstehungsgeschichte unseres schönen Frankenlandes interessieren, sind die zwölf Apostel ein echtes Highlight. Hautnah lassen sich hier die mächtigen Schwellen des Weiß-Jurameeres bestaunen, welches am fränkischen Jura vor Millionen von Jahren unter tropischem Klima existierte. Damals entwickelten sich Schwammkalksteine, welche langsamer verwitterten, als die umliegenden Gesteinsarten. So entstanden die charakteristischen Felsformationen, die wir heute als riesige Dolomiten vorfinden. Die Basis, auf der die Felsen thronen, bilden dickbankige Schichtkalke des Treuchtlinger Marmors. Wir lassen uns auf einem der massiven
Felsen nieder, genießen die Aussicht und packen unsere Picknickdecke aus. Von hier aus bewundern wir den Sonnenuntergang zwischen knorrigen Bäumen und langen Gräsern und lassen die landschaftliche Kulisse auf uns wirken. Für uns war der Ausflug zu den zwölf Aposteln zwischen Solnhofen und Esslingen ein echtes Highlight, das wir mit Sicherheit nicht zum letzten Mal besucht haben. Also packt eure Wanderschuhe aus und tut es uns gleich – ihr werdet es nicht bereuen!

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