Vom wilden Westen nach Franken – eine zweite Chance für Mustangs

Ein Beitrag von Annalena Hassold, Benina Breitschwert, Chiara Sambataro

Schon seit der Besiedelung Amerikas leben Mustangs dort in freier Wildbahn. Durch die unkontrollierte Vermehrung landen leider viele Pferde auf Schlachttransporten oder leben jahrelang in Auffangstationen. 

Alisa Konrad schenkt der Mustangstute Holly durch ihre Teilnahme am Projekt „Mustangs im Herzen“ von Initiatorin Fabienne Schuhmaier eine Chance auf ein besseres Leben, hier bei uns in Franken. Innerhalb von drei Monaten mit artgerechtem Training soll aus dem Wildpferd ein souveräner Freizeitpartner werden – auf diesem Weg begleiten wir die beiden.

Schon seit den 1960ern stehen die Mustangs in den USA unter Schutz, dort kümmert sich das Bureau of Land Management (BLM) um die Bestände der Wildpferde. „Aktuell leben auf einer Fläche für 25 Tausend Tiere rund 90 Tausend“, schildert Fabienne Schuhmaier uns im Interview. Alle vier Jahre verdoppelt sich die Mustang-Population, weshalb Auffangstationen oft überfüllt sind und die Pferde Monate, wenn nicht Jahre auf ein neues Zuhause warten.

Mit ihrem Projekt „Mustangs im Herzen“ möchte Schuhmaier dafür sorgen, dass die Mustangs artgerecht in ihrem Tempo trainiert werden und am Ende ein neues und vor allem gutes Zuhause finden. Der Prozess des Trainings wird währenddessen transparent auf Social Media gezeigt, um mehr Bewusstsein für diese besondere Wildpferderasse zu schaffen.

Alisa Konrad, Pferdefotografin aus Altertheim bei Würzburg, hat dieses Jahr mit vier weiteren Trainerinnen die Herausforderung angenommen, einen Mustang aus Oregon, USA, bei sich aufzunehmen und zu trainieren. Mit ihrer Teilnahme bei Mustangs im Herzen möchte sie der Mustangstute Holly eine Starthilfe in ein neues Leben geben.

Bei ihrer Ankunft in Deutschland war Holly sehr ängstlich und menschenscheu – an alltägliche Sachen wie Putzen und auf die Weide Führen war nicht zu denken. Diese Dinge müssen Stück für Stück mit viel Geduld im Training erarbeitet werden. Konrad sieht aber viel Potenzial in der Stute und allein in den ersten vier Wochen haben sie gemeinsam tolle Fortschritte gemacht: „Hätte mir am Anfang jemand gesagt, wie sehr sich Holly in dieser kurzen Zeit verändert, ich hätte es wirklich niemals geglaubt. Dieses zitternde, unsichere Pferdchen, das am liebsten jeden Kontakt mit dem Menschen aus dem Weg gegangen wäre, ist nicht mehr wieder zu erkennen.“

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