Umbau des Max-Morlock-Stadions: Zwischen Tradition und Zukunft

Ein Beitrag von Christian Rohr, Mareike Jennes, Simon Schmidt, Sofia Löffler

Es ist das große Thema in der Stadt Nürnberg: Der geplante Vollumbau des Max-Morlock-Stadions! Doch was heißt Vollumbau eigentlich? Wieso ist der Umbau notwendig und was wird sich am Stadion konkret verändern? Wo wird der 1. FC Nürnberg während des Umbaus seine Heimspiele austragen? Und die alles entscheidende Frage: Wer bezahlt das? Diese Fragen haben wir Stadion Geschäftsführer Frank Schmidt und dem zuständigen Zweiten Werkleiter bei der Stadt Nürnberg, Paul Kaltenegger gestellt.

Es ist der Sehnsuchtsort für zehntausende Fußballfans in Franken, das Max-Morlock-Stadion. Hier hat bei der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland einst Cristiano Ronaldo mit der portugiesischen Nationalmannschaft gespielt, der 1. FC Nürnberg schon große Erfolg gefeiert und bittere Niederlage erlitten. Dazu fanden neben den Fußballspielen einige legendäre Konzerte im Stadion statt. Aktuell ist es jedes Jahr die Location für hunderte Veranstaltungen.

Doch das Stadion ist stark in die Jahre gekommen. Die Bausubstanz ist stark baufällig, das Stadion für den Fußball Betrieb mit seiner Laufbahn und dem vergleichsweise kleinen Hospitality-Angebot nicht mehr optimal geeignet. Deshalb sind sich der 1. FC Nürnberg und die Stadt Nürnberg einig, dass groß umgebaut werden muss. Die Planungen laufen schon seit vielen Jahren, im Januar 2022 hat die Stadt Nürnberg eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Bei dieser kam heraus, dass ein sogenannter Vollumbau die beste Lösung ist. Bei diesem Vollumbau wird ein nahezu vollständig neues Stadion am gleichen Standort entstehen, welches die Vorgaben des Denkmalschutzes berücksichtigt. So steht die achteckige Grundform und die Fassade der Haupttribüne im Bauhaus-Stil unter Schutz und muss weiter erhalten bleiben.

Die große offene Frage bleibt die Finanzierung. Aktuell rechnen die Planer mit Kosten von bis zu 300 Millionen Euro. Diese Summe können im Moment weder die finanzschwache Stadt Nürnberg noch der 1. FC Nürnberg übernehmen, sodass eine Beteiligung des Freistaates Bayern zwingend notwendig sein wird. Etwas Abhilfe könnte eine Olympiabewerbung der Stadt München schaffen. Sollte sich der DOSB mit München erfolgreich um Olympische Sommerspiele bewerben, wäre das Stadion in Nürnberg aktuell für den Fußballwettbewerb eingeplant.

Ende 2025 startete mit einem Beschluss des Stadtrats die Vorplanung, mit der das Stuttgarter Planungsbüro asp Architekten GmbH beauftragt wurde. Bei dieser werden verschiedene Punkte geklärt, wie etwa auch, ob das Stadion im laufenden Betrieb umgebaut wird oder ob es ein Ausweichstadion geben wird. Ist die Vorplanung abgeschlossen, soll ein Generalübernehmer für den Bau beauftragt werden. Im Idealfall rollen also Ende 2028 die Bagger an.

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