Frostfest und langlebig ist die Keramik, die Sieglinde Bösl seit 1990 in ihrer Töpferwerkstatt nahe Würzburg herstellt. Es ist ein alter Bauernhof, in dem die Keramikmeisterin das alte Handwerk wiederaufleben lässt und die Leidenschaft fürs Töpfern an Interessierte weitergibt.
Geschichte:
Im Jahr 1980 eröffnet Sieglinde Bösl in Albertshausen bei Würzburg ihre erste eigene Keramikwerkstatt. Ihr Schwerpunkt liegt auf Geschirr und Gartenkeramik. Diese werden damals wie heute in Steinzeug Qualität umgesetzt. Das bedeutet, dass die Produkte qualitativ hochwertig verarbeitet und langlebig sind.
1990 zog die Keramikwerkstatt von Sieglinde Bösl auf einen denkmalgeschützten Hof in Essfeld. Diesen hatte sie zusammen mit ihrem Mann Lukas Bösl erworben und restauriert. Heute lassen sich in den ehemaligen Stallungen die Werkstatt sowie der Ausstellungsraum der Töpferei finden. Im Innenhof wird die frostfeste Gartenkeramik und -brunnen ausgestellt.
Was zeichnet qualitative Keramik aus?
Um qualitative von minderwertiger Keramik zu unterscheiden, gibt es mehrere Wege. Ein erstes Indiz ist die Unterseite der Tasse, des Tellers etc. Bei einer abgewischten Unterseite handelt es sich um hochgebrannte Keramik. Hochgebrannte Keramik wird auch als Steinzeug bezeichnet. Dieses zeichnet sich durch seine hohe Haltbarkeit, Dichte und geringe Porosität aus. Auch wurde das Stück so hoch gebrannt, dass es wasserundurchlässig ist. Wird ein Tropfen Wasser auf einen unglasierten Boden gegeben, kann man erkennen, ob die Keramik hochgebrannt ist. Wenn der Wassertropfen einzieht, ist er es nicht. Wenn der Boden glasiert ist, handelt es sich um niedriggebrannte Keramik. Im Gegensatz zum Steinzeug muss der Boden mit der Glasur abgedichtet werden. Die niedriggebrannte Keramik wird als Steingut bezeichnet.
Ein zweites Indiz zur Unterscheidung zwischen Steingut und Steinzeug ist ein Klopftest. Schlägt man mit der Hand gegen die Keramik, erkennt man an dem Klang, ob es sich um Steingut oder Steinzeug handelt. Steinzeug klingt glockenhell, während Steingut ein dumpfes Geräusch von sich gibt.
In der Regel gilt in der Keramik der Spruch: „Steinzeug ist Gut und Steingut ist Zeug.“

Glasuren:
Glasuren sind das Fachgebiet und Markenzeichen der Keramikmeisterin. Laut ihr gebe es zwei Möglichkeiten, Glasuren zu nutzen. Entweder man kauft diese ein oder man stellt diese selber her. Die Tonscherbe, Ton der bereits einmal gebrannt wurde, muss immer mit der Glasur abgestimmt und in regelmäßigen Abständen im Labor getestet werden, da sich die Zusammensetzung von Ton und Glasur verändern kann. Die Tests dienen dazu, gesundheitsschädliche Stoffe auszuschließen. Die Glasuren, die in der Töpferei verwendet werden, sind allesamt geprüft und lebensmittelecht. Fertigglasuren, die häufig im Hobbybereich genutzt werden, nutzt Sieglinde Bösl nicht.
Am Ende der Verarbeitung wird alles bei 1300 °C gebrannt. Die Farbgebung der Glasur richtet sich immer nach spezifischen Themen. Dazu gehören zum Beispiel Neuseeland, Basalt oder Island. Die Inspiration holt sich Sieglinde Bösl von ihren Reisen und von Gegenständen wie zum Beispiel einem Granatapfel für die rote Glasur im Sortiment.








