Drehen und kreuzen. Kreuzen und drehen. Klöppeln ist eine alte Flechttechnik, die sich bereits vor Hunderten von Jahren entwickelte. In Abenberg wird die Tradition des Spitzenklöppelns seit ungefähr 400 Jahren in einer besonderen Art und Weise gelebt. Die abenbergische sowie internationale Klöppelgeschichte lässt sich im Klöppelmuseum von Abenberg erkunden.
Die Kunst des Klöppelns:
Von Hochspannungsleitungen über Draht und Garn. Der Fantasie sind beim Klöppeln keine Grenzen gesetzt. Geklöppelte Werke können heutzutage aus jedem Material angefertigt werden. Neben dem Garn werden Klöppel, Klöppelkissen und -brief benötigt, um kleine Accessoires wie Anhänger oder kompliziertere Werke wie Kleidungsstücke anzufertigen. Zu damaligen Zeiten wurde helle Spitze bevorzugt wie zum Beispiel beige. Mittlerweile erfreut sich das Handwerk einer unendlichen Farbenpracht. Zudem gibt es viele verschiedene Flechttechniken, die aus den zwei Techniken Drehen und Kreuzen bestehen. Aus diesen lassen sich verschiedene Muster erstellen wie zum Beispiel die mailändische Spitze.
Die Kunst des Klöppelns ist somit keine verstaubte Handwerkstechnik, sondern besticht heutzutage durch ihre moderne Umsetzung. Dabei ergänzen Eigenschaften wie Innovation und Kreativität das Handwerk.
Internationale Entwicklung:
Das Klöppelhandwerk hat sich in mehreren Ländern parallel voneinander entwickelt. Ein Unterschied zwischen den verschiedenen Nationalitäten liegt zum Beispiel in der Form der Klöppelkissen.
Ein besonderes internationales Highlight im abenbergischen Klöppelmuseum ist das Chantillykleid. Dieses wurde aus mehreren Stücken angefertigt und mittels einer speziellen Technik zu einem Gesamtwerk zusammengefügt. Das Besondere an dem Kleid ist, das es aussieht, als wäre es in einem Stück geklöppelt worden.
Klöppeln in Abenberg:
Das Klöppelmuseum in Abenberg zeigt sowohl die heimische als auch die internationale Spitze. Neben diesen beherbergt das Museum Wanderausstellungen, die in dem Museum ausgestellt werden.
In Abenberg hat der leonische Draht seine Wurzeln. Der Draht besteht meistens aus goldenen oder silberfarbenen umwickelten Kupferdraht, der durch die Drahtindustrie in der Umgebung den Aufschwung erreichte. Während in anderen Regionen weiterhin mit Fäden geklöppelt wurde, setzte Abenberg vermehrt auf die Produktion mit Metallfäden.
Zudem veranstaltet die Burg Abenberg alle zwei Jahre ein Klöppelfest, bei dem unter einem Motto verschiedene Klöppelwerke erstellt werden. Eines der Mottos der vergangenen Jahre war das Rote Band, bei welchem ein langes rotes Band geklöppelt wurde. Ein Teil des Bandes ist auch heute noch im Museum zu sehen.
Neben dem Museum existiert in Abenberg eine Klöppelschule, in der das Handwerk an den Nachwuchs weitergegeben wird.








