Die Natur näherbringen, versteckte Tierarten zeigen und den Sinn für Reptilien und Amphibien schärfen. Das alles versucht das Freiland-Aquarium und -Terrarium in Stein seinen Besuchern mit auf den Weg zu geben.
Vor 100 Jahren wurde das Freiland-Aquarium von Naturliebhabern der Naturhistorischen Gesellschaft in Nürnberg gegründet und hat sich seitdem stetig weiterentwickelt. Ursprünglich war das Freiland-Aquarium dazu angedacht, Futter für die Aquariumsfische der Naturhistorischen Gesellschaft zu züchten. Nachdem ein geeignetes Gelände gefunden war, hoben die ehrenamtlichen Mitglieder die insgesamt 25 Teiche und Weiher aus. Zusätzlich errichteten sie die Gebäude, welche sich in der Anlage befinden.

Foto: Freiland-Aquarium und -Terrarium Stein Abteilung der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg e.V.
In den Becken wurden neben den Futterfischen Wasserflöhe aufgezogen. Aus diesem Grund sind die freiwilligen Mitarbeiter des Aquariums unter den Einwohnern als Flohzüchter bekannt.
Laut Günter Schirmer, dem Ehrenobmann des Vereins und seit über 50 Jahren Mitglied, sei das Freiland-Aquarium über die Jahre handwerklich modernisiert worden. Sowohl die Gebäude als auch die Terrarienanlage wurden von den ehrenamtlichen Helfern umgebaut. Dieser Umbau sei ein Prozess von mehreren Jahrzehnten gewesen.
Durch Unwetter und Naturkatastrophen wurden die Gebäude und Gehege mehrfach beschädigt. Der Wiederaufbau wurde durch ehrenamtliche Helfer ermöglicht. Bei den letzten extremen Wetterereignissen, die Günter Schirmer im Freiland-Aquarium miterlebt hat, haben die Tiere keinen Schaden genommen. Hochwasser in den 90er-Jahren sorgten dafür, dass die Schildkröten durch gestiegene Wasserstände aus den Becken gespült wurden. Diese seien von der Nachbarschaft eingesammelt und zum Freiland-Aquarium zurückgebracht worden.
Heutzutage hat sich das Freiland-Aquarium auf heimische Reptilien, Fische und Amphibien spezialisiert. Dieses ist einzigartig in der Umgebung. Denn im Gegensatz zu Zoos et cetera hat das Freiland-Aquarium sich zum Ziel gesetzt, ein kostenloses Erlebnis für seine Besucher zu ermöglichen und den Sinn für das Leben vor der eigenen Haustür zu schärfen.
In Zukunft plant das Freiland-Aquarium sich weiter für den Artenschutz einzusetzen sowie einen Teil zur Bekämpfung des Basalpilzes beizutragen. Dieser breitet sich immer weiter in Deutschland aus. Der Pilz bildet sich laut Anja Sacher, Opfrau des Freiland-Aquariums, auf der Haut der Amphibien, insbesondere der Salamander. Der Befall durch den Basalpilz ist tödlich. Methoden, um gegen diese Pilzart vorzugehen, werden zum jetzigen Zeitpunkt erforscht.
Entwicklung des Freiland-Aquariums und -Terrariums über die Jahre:
Fotos: Freiland-Aquarium und -Terrarium Stein Abteilung der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg e.V.









