Amputiertenfußball – Leidenschaft auf Krücken

Ein Beitrag von Julia Maul, Selina Engel

Pierre Kaiser ist beinamputiert, spielt aber trotzdem Fußball, und zwar mit Krücken. Das ist Amputiertenfußball. Eine Sportart, die in Deutschland noch ausbaufähig ist, was schon daran zu erkennen ist, dass der Franke jeden Monat einen weiten Weg auf sich nehmen muss, um mit einer richtigen Mannschaft trainieren zu können.

3 Stunden hin, 3 Stunden zurück – Monatliche Routine für Pierre Kaiser. Um seinen Sport ausüben zu können, muss der Franke bis nach Hoffenheim fahren, einem von 4 Orten mit Amputiertenfußballverein in Deutschland. Neben Anpfiff Hoffenheim gibt es Mannschaften in Mainz, Hamburg und Uerdingen. Aus diesen Mannschaften besteht die Amputiertenfußballbundesliga. An 4 Wochenenden im Jahr spielen sie um die Meisterschaft. In diesem Jahr findet außerdem zum ersten Mal ein deutscher Hallenpokal statt. Darüber hinaus gibt es die Nationalmannschaft, die im November zur WM nach Mexiko fährt.

Der Amputiertenfußball hat besondere Regeln: Alle Feldspieler haben nur ein Bein und spielen mit Unterarmgehstützen. Die Torhüter haben nur einen Arm und einen Stumpf unter dem Trikot. Es gibt kein Abseits und beim Handspiel zählen die Krücken mit. Sonst gibt es keine Unterschiede zum klassischen Zweibeinerfußball.

Die Behindertensportart ist noch sehr jung und bisher deutlich weniger bekannt als der reguläre Fußball. Der Amputiertenfußball ist auch noch kein Teil der Paralympischen Spiele. Für einen größeren Konkurrenzkampf und eine Verbesserung auf nationaler Ebene fehlt es außerdem an Zuwachs und finanzieller Unterstützung. Entwicklungen, die nach Ansicht von Pierre Kaiser und seiner Co-Trainerin Michelle Dübon notwendig sind, damit sich der Fußball für Amputierte künftig als anerkannte Sportart in der Gesellschaft etablieren kann.

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